BIWAQ – Aus dem Stadtteil für den Stadtteil

„Wir stellen was auf die Beine! – aus dem Stadtteil für den Stadtteil“ – sozialraumorientierte Produktionsschulen in den 3 Dortmunder Programmgebieten der „Sozialen Stadt“ zur Förderung benachteiligter Jugendlicher im Übergang Schule-Beruf. So lautet der etwas sperrige Titel eines Projektes der ISB e.V. an der die GrünBau GmbH in Hörde-Clarenberg und in der Nordstadt beteiligt ist. Kooperationspartner bei der Umsetzung sind der Werkhof in Scharnhorst und die dobeq GmbH.

Das Projekt wird im Rahmen des bundesweiten Programms BIWAQ (Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier) vom ESF und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, sowie der JobCenterARGE Dortmund gefördert. Die erhöhte Jugendarbeitslosigkeit in den drei Dortmunder Programmgebieten soll durch den Aufbau und dauerhaften Betrieb sozialräumlicher Produktionsschulen verringert werden. Ausgehend vom dänischen Produktionsschulmodell wird ein produktorientierter Handlungsansatz für bis zu 106 lernmüden Jugendliche mit erheblichen Übergangsschwierigkeiten im Übergang Schule-Beruf entwickelt werden, der an den Bedarfen der Stadtteile ansetzt und ihre sozialräumlichen Qualitäten erheblich verbessert. Die Mehrzielstrategie soll die Lebensverhältnisse in den Stadtteilen nachhaltig verbessern. Es sollen damit einerseits neue Wege der individuellen Kompetenzförderung in der Jugendberufshilfe erschlossen werden, die vor allem Jugendlichen, die mit den herkömmlichen Förderinstrumenten nicht erreicht werden, Zugänge zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eröffnen. Andererseits baut das Konzept auf den Problemlagen und Lösungsansätzen in den Programmgebieten auf.  Es sollen neue Wege der sozialen Integration erprobt werden und die Identifikation der Jugendlichen mit ihrem Quartier gestärkt werden. Sie stellen daher Produkte her, die dem gesamten Stadtteil zugute kommen und für jedermann sichtbar sind. Das Projekt baut auf integrierte Stadtteilentwicklungskonzepte auf. Local Governance bildet ein durchgehendes Handlungsprinzip der Arbeit in den Stadteilen. Der Gemeinwesenarbeit kommt daher eine besondere Bedeutung zu, sowohl bei der Bewohnerbeteiligung als auch in der aufsuchenden Teilnehmergewinnung und -betreuung. Es werden in den Stadtteilen gemeinsam mit den Bewohnern lokale Handlungsfelder identifiziert, die (gemeinnützige) Auftragspotenziale für die sozialräumlichen Produktionsschulen bilden sollen. Dabei sind die Dienstleistungen und Produkte sehr vielfältig. Sie reichen von der Herstellung von Stadtteilkunstobjekten bis hin zu ökologischem Gemüsebau und Dienstleistungen für ältere Menschen. Das Anforderungsspektrum der einzelnen Tätigkeiten richtet sich nach dem individuellen Kompetenzniveau der Jugendlichen. Produktions- und Dienstleistungsabläufe sollen dabei transparent und ganzheitlich erlebt werden (z.B. Lerngastronomie: Einkauf, Herstellung, Verkauf, Abrechnung etc.). Der Arbeitsalltag wird ergänzt durch Freizeitangebote und Erlebnispädagogik. Das Projekt ist auf Nachhaltigkeit angelegt und soll in den 3 Stadtteilen vergleichend evaluiert werden. Die Ergebisse werden horizontal und vertikal gemainstreamt. Die ausgewerteten Projektergebnisse sollen sowohl zur qualitativen Verbesserung der Angebote der Jugendberufshilfe als auch zur Fortschreibung ganzheitlicher Stadterneuerungstrategien nutzbar gemacht werden.

Weitere Infos unter Tel. 0231.84096-42 oder per mail bei b.langenau@gruenbau-dortmund.de bei Bettina Langenau oder Melek Sari.

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